Die Herzambulanz
Dr. Mato Markovich und Frau Mag. Elisa Gamperl
Herr Dr. Mato Markovic absolvierte sein Studium der Veterinärmedizin in Sarajewo und Zagreb. Er übersiedelte nach Wien und dissertierte an der Veternärmidizinischen Universität Wien zur Thematik Subaortenstenose beim Hund.
Seit 8 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Kardiologie; viele Jahre war er Leiter der Herzstation an der 1. Medizinischen Klinik.
Er ist seit Jahren für die Ausbildung der Studenten und Fortbildung der Tierärzte auf dem Gebiet der Kardiologie aktiv. National und international hat er sich durch zahlreiche Vorträge einen Namen gemacht .
Wir schätzen uns glücklich ihn für die Leitung unserer Herzambulanz im Tierspital Korneuburg gewonnen zu haben!
Herr Dr. Markovic ist verheiratet und Vater von drei Söhnen. Sein Hobby ist sein Beruf, nur selten findet er Zeit für Wintersport und Entspannung.
Die Diagnose und Therapie von Herz- und Kreislauferkrankungen nahmen in der Veterinärmedizin lange Zeit einen untergeordneten Stellenwert ein. Nur sehr wenige unserer Hausgenossen schienen an solchen, oft lebensbedrohenden Krankheiten zu leiden. Durch die technische Weiterentwicklung der Diagnosemöglichkeiten – und von diesen stehen uns zahlreiche zur Verfügung – ist klar geworden, dass Herz- und Kreislauferkrankungen sowohl bei Hunden und Katzen als auch bei vielen anderen Kleintieren wie Ratten (!) oder Kaninchen häufig vorkommen. Durch spezialisierte Untersuchungen gelingt es allen angeborenen und erworbenen Erkrankungen auf die Spur zu kommen und im Bedarfsfall eine effiziente Therapie einzuleiten. Diese muss dann regelmäßig ein ganzes Hunde- oder Katzenleben durchgeführt werden, um Ihrem Lieblingstier gute Kondition und tiergerechte Lebensqualität zu erhalten oder wiederzubringen.
Herzerkrankungen kommen bei unseren Haustieren sehr häufig vor und haben einen hohen Stellenwert in der Tiermedizin. Es gibt angeborene und erworbene Erkrankungen des Herzens, aber auch andere Erkrankungen wie z.B. Schilddrüsenüberfunktion oder Niereninsuffizienz können zu einer Überbelastung und einer damit verbundenen verminderten Leistungsfähigkeit des Herzens führen. Herzerkrankungen haben beim Tier oft eine lange Latenz und eventuell auch eine symptomlose Phase, in der das Herz jedoch schon erheblich verändert ist. Vor allem Katzen können diese Krankheit meistens sehr lange kompensieren und zeigen oft erst im Endstadium der Erkrankung Symptome, die allerdings sehr rasch lebensbedrohlich werden können.
Symptome, die auf eine Herzerkrankung hinweisen:
Husten, v.a. nachts (beim Hund häufig)
Leistungsabfall, vermehrte Müdigkeit, (bei Katzen schwer festzustellen) unwilliges Spazierengehen,
Blaue Zunge v.a. bei „Anstrengung“
Atemnot, vermehrtes Hecheln, pumpende Atmung (häufigstes Symptom bei der Katze)
Ohnmachtsanfälle
Bauchwassersucht
Futterverweigerung
Welche Tiere sind besonders gefährdet??
Bei den unterschiedlichen Herzerkrankungen von Hund und Katze gibt es Rassen, die häufiger betroffen sind. Prinzipiell kann jeder Hund/jede Katze egal welcher Rasse oder welchen Alters erkranken.
Die Mitralisendokardose stellt hierbei die häufigste Erkrankung des Hundeherzens dar, bei der es zur Verdickung und damit verbundenen Schlussunfähigkeit der linken Vorhofklappe kommt. Es sind vor allem ältere Hunde kleiner Rassen, wie Zwergpudel, Cavalier King Charles Spaniel, Yorkshire Terrier, Chihuahua und Dackel, betroffen.
Bei der Dilatativen Kardiomyopathie handelt es sich um eine Erkrankung des Herzens bei der die Kontraktilität des Herzmuskels vermindert ist, sie betrifft vor allem große Hunderassen mittleren Alters wobei Dt. Dogge, Dobermann, Wolfshund, Boxer, Neufundländer und Molosserrassen besonders häufig erkranken. Außerdem zeigt der Cocker Spaniel eine ausgeprägte Prädisposition zu dieser Erkrankung.
Beim Boxer gibt es weiters eine vermutlich dominant vererbte Erkrankung namens Arrhythmogene Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie. Hierbei kommt es vor allem zu Herzrhythmusstörungen und eventuell damit verbunden Ohnmachtsanfällen bzw. plötzlichen Todesfällen. Da diese Krankheit vererbt wird sollte jeder Boxer vor der Zucht mittels Holter-EKG (24h) auf Herzrhythmusstörungen untersucht werden um dafür zu sorgen, dass diese Krankheit nicht weiter vererbt wird.
Die Subaortenstenose/Aortenstenose stellt in den letzten 10-15 Jahren in den meisten europäischen Ländern und USA die am häufigsten diagnostizierte angeborene Herzerkrankung der Hunde dar. Mittelgrosseund grosse Hunderassen wie Neufundländer, Boxer, Golden Retriever, Rottweiler, Bullterrier und DSH sind am häufigsten betroffen . Bei der Erstuntersuchung der Welpen fällt in den meisten Fällen ein Herzgeräusch auf. Die Hunde mit schwerer Erkrankungsform können Leistungsintoleranz und Ohnmachtsanfälle zeigen oder plötzlich sterben.
Neben der Subaortenstenose und der Pulmonalstenose stellt der Persistierende Ductus ateriosus botalli (PDA) die häufigste angeborene Herzerkrankung beim Hund dar. Alle Rassen können betroffen sein, jedoch kommt diese Erkrankung am häufigsten bei folgenden Rassen vor: Zwergpudel, Collie, Sheltie, Pomeraner, Cocker Spaniel, Deutscher Schäferhund, Malteser, Yorkshire Terrier, Bobtail, Rottweiler und Wolfsspitz. Der Persistierende Ductus ateriosus botalli stellt eine fehlerhafte Verbindung zwischen Aorta und Lungenarterie dar. Diese Verbindung sollte sich normalerweise nach der Geburt schließen. Anfänglich zeigen diese Welpen meistens keine Symptome. Bei der Auskultation des Herzens fällt ein lautes Herzgeräusch auf. Wird der PDA nicht behandelt so führt er bei ca. 65% der Hunde zu einem Linksherzversagen und die Hunde sterben innerhalb des ersten Lebensjahres.
Die Hypertrophe Kardiomyopathie stellt die häufigste Erkrankung der Katze dar. Am häufigsten ist die gewöhnliche Hauskatze betroffen, hierbei sind männliche, übergewichtige Tiere überrepräsentiert. Bei den Rassekatzen sind vor allem Main Coon, British Kurzhaar, Türkisch Van, Norwegische Waldkatze, … betroffen. Die Katzen zeigen meist in einem Alter zwischen 3 und 5 Jahren klinische Symptome (Abmagerung, pumpende Atmung, erhöhte Atemfrequenz, Rasselgeräusche, Apathie, Liegen und Sitzen in Brust-Bauchlage, Appetitlosigkeit,) wobei die Erkrankung dann meist schon im Endstadium ist. Nicht selten ist auch eine kranke Niere Grundlage für diese Erkrankung.
Die oben genannten Erkrankungen stellen lediglich die häufigsten Herzerkrankungen dar und es soll aufgrund dieses Auszuges darauf hingewiesen werden, wie wichtig eine genaue kardiologische Abklärung sein kann. Fällt bei einer Routineuntersuchung ein Herzgeräusch auf oder bemerkt der Besitzer Symptome, die auf eine Herzerkrankung hinweisen, sollte in jedem Fall der Grund für diese Veränderungen abgeklärt werden, damit so früh wie möglich eine adäquate Therapie eingeleitet werden kann.
Kardiologische Abklärung – was wird getan?
Allgemeine klinische Untersuchung (mit besonderem Augenmerk auf das Herz-Kreislauf-System)
EKG, bei Bedarf Belastungs-EKG
Blutdruckmessung (besonders wichtig bei der Katze)
Ultraschalluntersuchung
Ev. Röntgen
Ev. Holter-EKG (24h)
Ev. Laboruntersuchungen wie Blutbild, Nierenwerte, Schilddrüsenwerte,………






